Der Herzstern
Sechs Freunde. Ein Kaleidoskop. Zauberhafte Welten.
In der Sternengasse steht plötzlich ein Laden, den es gestern nicht gab. Darin wartet ein goldenes Kaleidoskop, das sich nur dreht, wenn mindestens drei Hände darauf liegen. Mit ihm springen Robin, Lea, Ben, Frida, Thea und Sam in fremde Welten. Ein Splitter des zerbrochenen Herzsterns zeigt sich dort nur, wenn sie einen Wert wirklich leben.
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Sechs Freunde, ein Kaleidoskop
Jede und jeder im Team hat Stärken, die manchmal Schwächen sind. In jedem Abenteuer steht jemand anderes vorne, und am Ende schaffen sie es nur gemeinsam.
- Robin 12geht voran, oft schneller als der Plan
- Lea 12sportlich, will nie Zweite sein
- Ben 11Tüftler, denkt lieber zweimal nach
- Frida 11kreativer Wirbelwind, großes Herz
- Thea 11leise Vermittlerin, Herz des Teams
- Sam 6der Jüngste, furchtlos, redet mit allem
Die ersten neun Welten
Jede Welt, ein Wert, ein Splitter in eigener Farbe.
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Kapitel 1 · AuftaktDer Laden, den es gestern nicht gab
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Kapitel 2 · RespektDie Stadt der tausend Stimmen
Zur Welt, mit Fragen für Eltern und Schule → -
Kapitel 3 · Goldene RegelDas Spiegeltal
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Kapitel 4 · EmpathieDer Strand der leuchtenden Spuren
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Kapitel 5 · WahrhaftigkeitDer Maskenmarkt
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Kapitel 6 · EhrlichkeitDas Glasdorf
Zur Welt, mit Fragen für Eltern und Schule → -
Kapitel 7 · DankbarkeitDer Garten des Immermehr
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Kapitel 8 · VerlässlichkeitDie Brücken von Wolkenfels
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Kapitel 9 · NächstenliebeDas Lichterdorf im Schattenwald
Für Kinder, Eltern und Schulen
Für Kinder
Ein Kaleidoskop, das sich nur mit drei Händen dreht, und in jedem Kapitel eine neue Welt: eine Stadt, in der Pilze summen, ein Dorf aus Glas, Brücken aus Licht über den Wolken. Jedes Abenteuer ist an einem Abend zu Ende gelesen.
Für Eltern und Großeltern
Ein Vorlesebuch mit Kapiteln von sechs bis zwölf Minuten, genau richtig als Gute-Nacht-Geschichte. Spannend genug, dass Kinder weiterlesen wollen, warm genug, dass Erwachsene gern vorlesen. Am Ende stehen ein Merksatz und eine Frage, über die man weiterreden kann.
Für Schulen und Büchereien
Ein Wert pro Kapitel, von Respekt bis Miteinander, gezeigt als Handlung statt als Vortrag. Gedacht auch als gemeinsame Lektüre in Klasse und Lesegruppe. Geplant ist ein Unterrichtsblatt zu jedem Kapitel.
Ein Kaleidoskop dreht sich nicht mit einer Hand. Genauso ist es mit Respekt, Ehrlichkeit und Mut: Sie fangen in dir an, aber zeigen kannst du sie nur bei anderen.
Kapitel 1 bis 9 gratis lesen
Die ersten neun Kapitel mit allen Bildern bekommst du auf zwei Arten:
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Der Laden, den es gestern nicht gab
Die Sternengasse ist keine Straße, in der etwas passiert. Sie hat einen Bäcker, ein Schuhgeschäft, elf Häuser mit Vorgärten und im Sommer den zuverlässigsten Schatten der ganzen Stadt. Wenn dort jemand von einem Abenteuer erzählt, meint er meistens, dass eine Katze auf ein Dach geklettert ist.
An diesem Nachmittag im Oktober kam der Regen so plötzlich, dass Robin ihn erst hörte und dann spürte. Ein Rauschen wie Applaus, und im nächsten Moment war die ganze Gasse ein einziges Trommeln.
„LOS!“, schrie er und rannte.
Hinter ihm quietschten Sohlen auf nassem Pflaster. Lea überholte ihn nach zwanzig Metern, weil Lea grundsätzlich überholte, auch wenn es kein Wettrennen war und niemand die Zeit stoppte. Ben lief mit beiden Armen um den Bauch, als hätte er Bauchschmerzen. In Wahrheit schützte er zwei Bibliotheksbücher vor dem Regen, die morgen zurückmussten und Nässe noch schlechter vertrugen als Ben den Sportunterricht. Frida sprang mit voller Absicht in die tiefste Pfütze und jubelte, als das Wasser bis zu Bens Knien spritzte. Thea sagte nichts dazu. Thea hielt Sam an der Hand.
Und Sam blieb stehen.
Mitten im Regen, mitten auf der Straße, den Kopf im Nacken. Sam blieb oft stehen. Das ist eine Eigenschaft, die Erwachsene anstrengend finden und die schon mehrfach dafür gesorgt hat, dass etwas Wichtiges nicht übersehen wurde.
„Weiter!“, rief Robin.
„Der Laden“, sagte Sam. „Der war gestern noch nicht da.“
Robin bremste so abrupt, dass Ben in ihn hineinlief.
Zwischen der Bäckerei und dem Schuhgeschäft war schon immer eine graue Mauer gewesen. Jetzt leuchtete dort ein schiefes Schaufenster in den Regen, warm und goldgelb. Über der Tür stand in geschwungenen Buchstaben: Wunderkammer Silberbart. Und neben der Tür hing im Fenster ein kleines Schild: OPEN.
Ben blieb im Regen stehen, obwohl die Bücher nass wurden. „Eigentlich“, sagte er langsam, „passt da gar kein Laden hin. Zwischen Bäckerei und Schuhgeschäft sind vier Meter. Ich hab das mal nachgemessen. Für ein Schulprojekt.“
„Und jetzt?“, fragte Frida.
„Jetzt ist dort offenbar ein Laden.“
Lea wollte schon die Tür öffnen. Aber die Tür ging von selbst auf, einen Wimpernschlag zu früh, als hätte drinnen jemand gewartet und sei es allmählich leid geworden.
Drinnen roch es nach Zimt und nach Gewitter. Kerzen hingen frei unter der Decke, ohne Fäden und ohne Halter. Niemand fragte nach, weil man an manchen Orten sofort spürt, dass Nachfragen die falsche Art von Höflichkeit wäre. In den Regalen standen Dinge, für die es keine Wörter gab: eine Uhr, deren Zeiger rückwärts summten. Ein Einmachglas mit eingefangenen Vogelstimmen. Ein Kompass, dessen Nadel auf Sam zeigte, egal wohin Sam sich stellte. Sam probierte es dreimal aus, einmal sogar hinter einem Regal.
Zwischen alldem stand ein Mann. Silberweißer Bart bis zum Gürtel, ein Hut wie ein umgekippter Blumentopf, eine runde blaue Brille.
„Da seid ihr ja“, sagte er, als hätte er sechs Brötchen bestellt und sie kämen mit Verspätung. „Und ihr seid genau sechs. Wunderbar. Weniger als drei wären ein Problem gewesen.“
„Und wie lange haben Sie offen?“, fragte Ben, der auf Schilder achtete.
„Wenn nötig“, sagte Magnobius.
Auf einem Samtkissen lag ein goldenes Kaleidoskop, besetzt mit Steinen in allen Farben. Als Sam näher trat, begann es zu summen. Leise. Wie etwas, das sich freut.
„Es erkennt euch.“ Magnobius Silberbart nahm die Brille ab, und die Kerzen wurden von selbst dunkler, was Ben später noch sehr beschäftigen sollte. „In diesem Rohr leuchtete einmal der Herzstern. Sechsunddreißig Farben, und jede Farbe war ein Wert. Respekt. Ehrlichkeit. Mut. Alles, was Menschen zusammenhält, wenn es schwierig wird.“
„Und dann?“, fragte Thea.
„Dann kam das Graue.“ Er hauchte gegen ein Regal. Für einen Atemzug sahen sie es: Ein Nebel legte sich über eine bunte Spieluhr. Die Spieluhr wurde blass, dann stumm, dann grau wie alter Schnee. Frida griff nach Theas Ärmel und merkte es selbst nicht.
„Das Graue ist kein Ungeheuer“, sagte der Alte. „Es hat keine Zähne und keine Klauen, und genau deshalb nimmt es niemand ernst. Es ist das Achselzucken. Das Wegsehen. Das ist mir doch egal. Irgendwann war es so stark, dass der Stern zersprang. Fünfunddreißig Splitter, verstreut in fünfunddreißig Welten.“
Ben rechnete mit, das konnte er nicht abstellen. „Sechsunddreißig Farben, aber nur fünfunddreißig Splitter. Da fehlt eine.“
Magnobius sah ihn über den Brillenrand an, und in diesem Blick lag etwas, das nach Anerkennung aussah. „Die sechsunddreißigste kann gar nicht zerspringen, junger Mann. Die wird nur sehr gern vergessen.“ Er setzte die Brille zurück auf die Nase. „Aber eins nach dem anderen.“
„Wir holen sie“, sagte Robin sofort. Es klang wie ein Versprechen, und genau das war es.
„Ihr könnt es versuchen.“ Der Alte hob einen Finger. „Nur merkt euch eins: Kein Splitter lässt sich erkämpfen, kaufen oder einfach finden. Er zeigt sich, wenn ihr den Wert lebt. Nicht vorher und nicht ungefähr. Und ganz sicher nicht, weil ihr ihn gerade braucht.“
Lea packte das Rohr und zog. Nichts. Sie drehte, rüttelte, das Kaleidoskop rührte sich keinen Millimeter.
„Kaputt“, schnaufte sie.
„Ungeduldig“, sagte Magnobius freundlich. „Es dreht sich erst, wenn drei Hände darauf liegen. Wisst ihr, warum?“
Sechs Köpfe schüttelten sich.
„Weil jeder dieser Werte in dir anfängt, aber nicht in dir aufhört.“ Er sah sie der Reihe nach an. „Respekt fängt damit an, dass du dich selbst achtest. Ehrlich bist du zuerst zu dir. Mut beginnt damit, dass du dir etwas zutraust. Zeigen kannst du alle drei aber erst, wenn ein anderer da ist.“
„Und warum dann drei?“, fragte Ben. „Zwei wären doch genug.“
„Zwei genügen, um sich zu helfen“, sagte Magnobius. „Ab drei wird daraus eine Gemeinschaft. Und darum geht es hier.“
Robin legte seine Hand neben Leas. Thea legte ihre dazu. Das Rohr wurde warm wie eine frisch eingeschenkte Tasse Tee.
„Sprecht mir nach“, sagte Magnobius. „Drei Herzen, ein Licht, Kaleidos, dreh dich!“
Sechs Stimmen. Sams war die lauteste.
Das Mandala im Inneren wuchs nach außen. Über die Regale, über die Wände, über alles. Dann zerfiel der Laden in Millionen treibender Farben. Sie fielen und schrien und lachten und landeten weich.
Über ihnen hingen die Sterne so tief, dass Sam nach einem griff und ehrlich beleidigt war, als er ihn nicht erwischte. Unter ihnen brandete ein Meer aus flüssiger Farbe gegen eine Klippe. Und am Horizont fraß sich ein grauer Schleier durch eine ferne Insel. Langsam. Gründlich. Farbe für Farbe.
„Es hat schon angefangen“, flüsterte Thea.
Einen Wimpernschlag später standen sie wieder in der Sternengasse. Der Regen hatte aufgehört, die Pfützen spiegelten einen aufgeräumten Abendhimmel, und der Laden war weg. Nur graue Mauer, als wäre dort nie etwas gewesen.
In Robins Händen lag das Kaleidoskop und summte.
Am Abend legte Ben in 4connection, dem Messenger auf ihren Handys, eine Gruppe an und nannte sie „Team Kaleidos“. Sam funkte über Theas Handy mit, weil er mit seinen sechs Jahren noch kein eigenes hatte und das für die größte Ungerechtigkeit der Welt hielt. Seine allererste Sprachnachricht war viel zu laut und bestand aus einem einzigen Wort.
„STERNENSPRINGEN!“
Ein Kaleidoskop dreht sich nicht mit einer Hand. Genauso ist es mit Respekt, Ehrlichkeit und Mut: Sie fangen in dir an, aber zeigen kannst du sie nur bei anderen.
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Johannes G. Weber
Er lebt in Tirol und schreibt Geschichten, die Werte für ein gutes Miteinander lebendig machen, lässig erzählt und schön illustriert. Team Kaleidos ist zuerst für seine Kinder entstanden und lädt jetzt Jung und Alt zum Mitlesen ein.
Im Buch schreiben sich die Kinder über 4connection, einen sicheren Messenger. 4connection ist ein Projekt des Autors.
4connection.orgHäufige Fragen
Was kann ich gratis lesen?
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Für welches Alter ist das Buch?
Zum Vorlesen ab 8 Jahren, zum Selbstlesen ab 10. Die Geschichten sind so erzählt, dass auch Jugendliche und Erwachsene gern mitlesen.
Worum geht es?
In der Sternengasse steht plötzlich ein Laden, den es gestern nicht gab. Darin finden Robin, Lea, Ben, Frida, Thea und Sam ein goldenes Kaleidoskop, das sich nur dreht, wenn mindestens drei Hände darauf liegen. Mit ihm springen sie in fremde Welten. Ein Splitter des zerbrochenen Herzsterns zeigt sich dort nur, wenn sie einen Wert wirklich leben.
Welche Werte kommen vor?
Jedes Kapitel hat einen Wert, insgesamt sind es 36. In den ersten neun Kapiteln sind es Respekt, die Goldene Regel, Empathie, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Dankbarkeit, Verlässlichkeit und Nächstenliebe. Später kommen unter anderem Vergebung, Geduld, Fairness, Mut, Humor und Hoffnung dazu. Der Wert steckt in der Handlung, nicht in einem Vortrag.
Wie lang ist ein Kapitel?
Sechs bis zwölf Minuten zum Vorlesen. Jedes Kapitel ist ein abgeschlossenes Abenteuer und passt gut an einen Abend. Am Ende stehen ein Merksatz und eine Frage, über die man weiterreden kann.
Auf welchen Geräten kann ich lesen?
Im Browser auf Handy, Tablet, Computer und Schul-Chromebook, ohne App. Oder als E-Book (EPUB) auf E-Readern wie Tolino, Kobo, PocketBook oder Boox.
Eignet sich das Buch für Schule und Bücherei?
Jedes Kapitel zeigt einen Wert als Handlung, darum ist das Buch auch als gemeinsame Lektüre gedacht. Zu jedem Kapitel ist ein Unterrichtsblatt geplant. Wenn du die Geschichten mit einer Klasse oder Lesegruppe lesen möchtest, schreib über das Kontaktformular.
Wann erscheint das ganze Buch?
„Der Herzstern“ hat 37 Kapitel und erscheint in zwei Bänden. Band 1 umfasst Kapitel 1 bis 19. Wer sich für die Gratis-Kapitel einträgt, erfährt als Erstes, wann es so weit ist.
Wer hat das Buch geschrieben?
Johannes G. Weber. Er lebt in Tirol und hat Team Kaleidos zuerst für seine eigenen Kinder erfunden. Idee, Welt und Figuren stammen von ihm; Text, Bilder, Trailer und Website hat er mit Unterstützung von KI-Werkzeugen erstellt, alles ausgewählt, überarbeitet und verantwortet.